Großübung mit Gefahrgutzug und Sanitätsdienst bei Heideseetriathlon


DRK-Aktionen im Mai:

-Verletztenversorgung nach Gefahrgutunfall und bei Sportgroßveranstaltung-

An den ersten beiden Maiwochenenden standen zwei Aktionen im Vordergrund, bei denen es jeweils galt unser Aufgabenspektrum und unsere Einsatzstärke unter Beweis zu stellen und gleichzeitig mehrere Verletzte zu versorgen. Handelte es sich in ersterem Falle um eine gemeinsame Übung mit der Feuerwehr, bei der die zu versorgenden Verletzten realitätsgetreu geschminkt waren, wurden wir dann am darauffolgenden Wochenende beim Heideseetriathlon mit einer größeren Anzahl von „echten“ Verletzten konfrontiert.

Gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Forst wurden wir zur Firma DHR Oberflächenveredelung in die Heinrich-Hertz-Straße alarmiert. Insgesamt 10 DRK-Aktive machten sich mit unserem neuen Mannschaftstransportwagen (MTW) und unseren Notfallhilfe-Yetis auf den Weg zur Einsatzstelle. Eine erste Lagemeldung ergab, dass bei Arbeiten zwei Kanister mit unbekanntem Inhalt umgekippt und ausgelaufen waren und wahrscheinlich vier Personen verletzt seien. Einsatzleiter Michael Veith teilte den Einsatzkräften sofort ihre Aufgaben zu und rasch wurde mit dem Aufbau unseres Einsatzzeltes und der Errichtung eines Verbandsplatzes begonnen. Aufgrund der Einsatzlage entschied der Einsatzleiter der Feuerwehr den Gefahrgutzug Karlsruhe Land-Nord, bestehend aus den Freiwilligen Feuerwehren Karlsdorf-Neuthard, Menzingen, Münzesheim und Bretten, zu alarmieren. Vor Ort wurde der Gefahrenbereich weiträumig abgesperrt und ein Not-Dekontaminationsbereich eingerichtet. Zwei Verletzte hatten inzwischen das Gebäude verlassen und berichteten, dass sich aber noch zwei weitere Personen im Firmengebäude befänden. Bis wir die verletzten Personen allerdings übernehmen und versorgen konnten, mussten diese durch den Dekontaminationsbereich geschleust und „gereinigt“ werden. Den unmittelbaren Gefahrenbereich durften wir hierbei nicht betreten und hatten somit auch zunächst keinen direkten Kontakt mit den Verletzten. Erst nach dem dies erledigt war, konnten die verletzten Personen von den Tragetrupps zu unserem Betreuungszelt getragen und dort medizinisch versorgt werden. Inzwischen war der Gefahrgutzug eingetroffen und die Helfer konnten in speziellen Schutzanzügen den Gefahrenbereich betreten und die weiteren Verletzten retten. Nachdem auch diese die Dekontaminationsstelle passiert hatten, konnten sie uns zur weiteren Versorgung übergeben werden. Nach der Erstversorgung aller Patienten wurden diese registriert und weitere medizinische Maßnahmen vorgenommen, bevor sie anschließend symbolisch in verschiedene Zielkrankenhäuser transportiert wurden. Unsererseits verlief die Übung reibungslos und sowohl der Zeltaufbau, die Einrichtung eines Verbandsplatzes und die medizinische Versorgung erfolgten problemlos. Alle Einsatzkräfte erfüllten, die ihnen übertragenen Aufgaben. Vor allem die Tatsache, dass die Verletzten mit Gefahrgut in Berührung gekommen waren und zunächst eine Dekontaminierungsstelle durchlaufen mussten, bevor sie uns übergeben werden konnten, bedurften einer genauen Absprache, da dies doch ein nicht alltägliches Einsatzszenario darstellt. Doch auch diese Hürde wurde problemlos genommen, zeigte aber, wie wichtig es ist auch solche, nicht alltäglichen, Einsatzfälle zu üben. Im Ernstfall ist es wichtig auch die Handlungsweisen der anderen Hilfsorganisationen zu kennen, um Hand in Hand arbeiten zu können. Bei einer abschließenden Einsatzbesprechung zeigten sich alle Führungskräfte zufrieden mit dem Verlauf der Übung, vor allem aber auch mit der harmonischen Zusammenarbeit der verschiedenen Hilfsorganisationen.

Am darauffolgenden Sonntag war dann unser Einsatz beim alljährlichen Heidesee-Triathlon gefordert. Aus den Erfahrungen der letzten Jahre wussten wir was uns bei dieser Veranstaltung erwarten würde, sodass wir uns entsprechend darauf einstellen konnten. Bereits am Samstag errichteten wir auf dem Heidesee-Parkplatz unser Einsatzzelt, sodass wir dies am Sonntagmorgen nur noch mit dem Equipment einrichten mussten. Somit waren wir um 09.00 Uhr als der erste Start erfolgte auch sofort einsatzklar. Insgesamt waren wir während der Veranstaltung mit zehn Einsatzkräften vor Ort und hatten eine Fußstreife beim Schwimmstart und –ziel sowie in der Wechselzone im Einsatz. Die zentrale Verletztenversorgung erfolgte in unserem Einsatzzelt auf dem Parkplatz. Auf der Radstrecke hatte das DRK-Hambrücken zwei Streckenposten eingerichtet. Rund 20 Patienten mit kleineren und größeren Verletzungen hatten wir an diesem Tag zu versorgen und neben den nach Fahrradstürzen üblichen großflächigen Schürfwunden, war auch ein Asthmaanfall, Prellungen sowie ein Schlüsselbeinbruch und Rippenfrakturen zu versorgen. Die meisten Verletzten konnten wir selbst versorgen, zwei verletzte Triathleten mussten aber leider mit dem Rettungswagen in das Krankenhaus nach Bruchsal, bzw. nach Karlsruhe verbracht werden. Auch an diesem Tag konnten wir unter Beweis stellen, dass wir sowohl personell, als auch materiell diesen Anforderungen gewachsen sind, denn sowohl eine solch hohe Anzahl von Verletzten, als auch die Verletzungsmuster selbst stellen hohe Anforderungen an die Aktiven und an das Equipment und Material. Einziger Wehrmutstropfen war an diesem Tag, dass es gegen Ende der Veranstaltung zu regnen begann und wir unser Zelt leider nicht ganz trocken in den Anhänger verpacken konnten. So war in der darauffolgenden Woche an zwei Abenden Arbeitseinsatz angesagt, um das Zelt erneut aufzubauen, trocknen zu lassen und dann zu verpacken und im Anhänger zu verstauen, damit es für den nächsten Einsatz beim Pfingstturnier des Reitervereins wieder einsatzklar ist. Außerdem mussten auch die Fahrzeuge und das Material wieder gerichtet und ergänzt werden. Vier Einsatzkräfte waren hier dann an drei Abenden nochmals acht Stunden im Einsatz.

Michael Veith
Bereitschaftsleiter
 

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